Montag, 7. Mai 2018

05052018

Eine Woche Selbstversorger – Resümee

Es ist jetzt eine Woche her, seit ich mein Pony eingepackt und einen neuen Abschnitt begonnen habe.

Was ich als Vorwort sagen muss: Ich habe mir im Vorhinein mehr Sorgen gemacht als es im Nachhinein nötig war. Merkt sie, dass ich nervös bin?, Geht sie auf den Hänger?, Kann sie kurz alleine auf der Weide warten, bis die zweite Stute dazu kommt?, Versteht sie sich mit der anderen Stute?, Hat sie Probleme mit der grundsätzlichen Veränderung?, Reagiert sie so komisch, wie beim Umstellen auf eine andere Weide?, Randaliert sie? Alle diese und eigentlich noch viel mehr Fragen waren die Woche vor dem Umzug in meinem Kopf. Jedes erdenkliche Risiko, jedes erdenkliche Horrorszenario.. Alles ausgemalt in meinem Kopf.

Merkt sie, dass ich nervös bin?
Natürlich… Sie wollte nicht mit mir von der Weide kommen und schon gar nicht in den Hänger steigen. Ich war so nervös, dass ich mein Herz lauthals schlagen gehört habe. Am ganzen Körper zitternd ist es kein Wunder, dass sie denkt, es passiert etwas Grausames. Kaum hatte ich sie jedoch in andere Hände gegeben, war die Welt für sie wieder in Ordnung.

Geht sie auf den Hänger?
Mit mir nicht, mit anderen ja. Wie oben geschrieben – Sie hat meine Nervosität gespürt. 

Kann sie kurz alleine auf der Weide warten, bis die zweite Stute dazu kommt?
Kaum angekommen und aus dem Hänger ausgestiegen war sie komplett ruhig und bei mir. Sie hat sich an Kühen vorbei führen lassen und stand fast eine Stunde lang alleine auf der Wiese. 

Versteht sie sich mit der anderen Stute?
Als Übergangslösung ist es so vollkommen in Ordnung.

Hat sie Probleme mit der grundsätzlichen Veränderung?
Sie ist sehr anhänglich, kuschelt viel und will bei allem dabei sein. Sie ist aber auch ziemlich ausgeglichen, genießt das Gras und liebt ihren Baumstamm um sich zu scheuern.

Reagiert sie so komisch, wie beim Umstellen auf eine andere Weide?
Das Umstellen war für sie immer ein riesen Problem, sie ist auf der Weide weggerannt und wollte sie für keinen Preis der Welt verlassen. Das ging jedes Mal fast 2 Wochen so. Jetzt merke ich davon gar nichts. Natürlich muss sie sich erst eingewöhnen aber so wie damals ist es auf keinen Fall.

Randaliert sie?
Gar nicht. – Wie beschrieben ist sie ausgeglichen und verschmust.

Es hat alles so viel besser geklappt und ich genieße jede Minute mit den beiden. Gerade bei diesem schönen Wetter liebe ich es, mich mit auf die Weide zu setzen und den beiden einfach nur zuzuschauen. Zudem fällt mir ein großer Stein vom Herzen. Natürlich ist das alles viel Arbeit! Das möchte ich gar nicht klein reden aber es ist auch so viel mehr Freiheit – Sollte etwas sein, bin ich vor Ort. Ich muss nicht mehr 2-3x täglich zum Stall fahren. Ich habe meine Ruhe und für Peggy mit ihrer Arthrose und der Hufrehe ist der momentane Zustand die beste Lösung. 

Donnerstag, 3. Mai 2018

03052018

Ich wache auf, drehe mich um und mache den lauten Wecker aus. Kurz lege ich mich wieder hin und suche einen einigermaßen sinnvollen Grund jetzt doch vielleicht einfach liegen zu bleiben. Nach fünf Minuten… nachdem mir klar geworden ist, dass es keinen Grund gibt… schmeiße ich die kuschlige Decke zur Seite und schwinge beide Beine über den Rand des Bettes. Langsam stehe ich auf, schmeiße mir ein paar Klamotten über, und verlasse das Schlafzimmer. Während mein Lieblingsmensch noch ca. 30 Min liegen bleiben darf, gehe ich zur Haustür, ziehe meine Gummistiefel an, schließe die Tür hinter mir und laufe über den Hof. Nach ein paar Metern sehe ich schon die Pferdeköpfe in die Höhe schnellen. Keine Minute später werde ich schon mit einem Wiehern begrüßt. Mit einer großen Portion Heu in den Armen harke ich die untere Litze in die darüber und laufe geduckt hindurch auf den Sandplatz. Ich verteile das Heu an zwei Futterplätzen, hole mir meine Kuscheleinheit ab und gehe dann verrichteter Dinge zurück ins Haus. Nachdem ich im Bad verschwunden bin und jetzt wieder einigermaßen frisch aussehe, gehe ich unten in die Küche und bereite das Frühstück vor.

Montag, 19. März 2018

19032018

Als ich das letzte Mal auf der Arbeit nach angebotenen Seminaren gesucht habe, habe ich eines zur Stressbewältigung gefunden… Daraufhin fing ich direkt an nachzudenken… Wie bewältige ich zurzeit eigentlich meinen Stress und brauche ich ein Seminar um den für mich besten Weg zu finden? Eins ist klar, das Wort „Stress“ und dieses Gefühl dahinter ist mir nicht neu. An Tagen, wenn man nur von einem Ort zum anderen fährt, das Gefühl hat nur auf Achse zu sein fühle ich mich, als würde der Stress mich von innen zerfressen. Es fühlt sich an wie ein ewiger Kreislauf aus dem man schwer wieder herauskommt. Auf der Arbeit gibt es eine Aufgabe nach der anderen, viele Krankheitsfälle und doofe Kommentare. Danach, viel später als geplant, geht es nach Hause und da wird direkt Futter zusammengekippt, sich umgezogen, noch schnell Geschirr von morgens in die Spülmaschine geräumt und los zum Stall. Auch dort muss man sich beeilen… Das Futter muss rechtzeitig vor der großen Raubtierfütterung im Eimer sein, Heu muss verteilt werden und auch wenn man einen kurzen Augenblick alleine ist, kommen im nächsten Moment meist ein Dutzend Kinder, die Halle und Reitplatz in Beschlag nehmen. Nachdem man sich Raum geschaffen hat und das Pony bewegt ist, stehen wir meist zusammen in der Stallgasse. Nur sie und ich. Dann, wenn sie mich mit großen Augen anschaut, ihre Ohren spitzt und mir neugierig bei jedem meiner Schritte folgt bis ich zu ihr gehe und mein Gesicht in ihr Fell drücke. Tief durchatme und ihre Wärme spüre… Ihr warmes, weiches Fell an meinen Händen.. Dann weiß ich, dass sich alles lohnt… Jeder Stress. Wenn ich dann, meist später als geplant, zuhause ankomme mich umziehe, dusche und essen mache… wenn ich an große Pläne, große Wünsche denke während ich im Kochtopf rühre… mich mein Lieblingsmensch von hinten umarmt, seine Hände an meine Taille legt und mir einen Kuss auf den Kopf drückt… Dann weiß ich, dass sich alles lohnt… Jeder Stress.

Freitag, 2. März 2018

Brief an dich


Hallo Süße, 
wie du habe auch ich oft an all dem gezweifelt. Was bringt das alles, wofür mache ich das alles und warum muss man teilweise so viel Schmerz kommentarlos ertragen? Umso älter ich wurde, umso mehr haben sich die Fragen für mich beantwortet… Obwohl „beantwortet“ vielleicht ein zu großes Wort dafür ist. Es hat sich mir zum Teil erschlossen und vielleicht habe ich einen Bruchteil davon wirklich verstanden. Auch wenn man es nicht gerne hören möchte, es macht einen stärker und es öffnen sich jedes Mal neue spannende Türen. Natürlich kommt man trotzdem immer wieder an seine Grenzen aber genau für diese Momente hat man Menschen hinter einem. Mein Lieblingsmensch, der immer da ist, mir Liebe und seine Hand reicht.  Ein ganz besonderer Freund, der für meinen Lieblingsmensch seit Jahren und für mich nun auch schon lange ein offenes Ohr hat.  Freunde, die einen zum Lachen bringen, obwohl einem nicht danach ist. Arbeitskollegen, die da sind, wenn es mal nicht so läuft wie geplant und trotzdem hinter dir stehen. Familie – auch wenn es nicht immer rund lief, sind sie da. Das alles hast du auch! Ich bin immer, zu jeder Tages- und Nachtzeit für dich da!  Auch wenn wir uns jetzt gerade leider nicht sehen können, denke ich doch täglich an dich.  
In Liebe 
Deine Lisa

Donnerstag, 1. März 2018

01032018

Ich stehe vorm Spiegel auf den warmen Fliesen im Badezimmer, als plötzlich laute Musik ertönt. Die Tür geht mit einem heftigen Schwung auf und mein Lieblingsmensch kommt mit seinem Handy ins Badezimmer getanzt. Vor lauter lachen muss ich aufpassen nicht die Zahnpasta über den ganzen Boden zu verteilen. Er nimmt meine Hand, schleudert mich herum und drückt mich fest an sich ran. 

Dienstag, 27. Februar 2018

27022018

Und schon ist Dienstag. Das Wochenende mit der Verlängerung – dem Montag – ist wieder um. So sitze ich also hier, heute mal alleine verantwortlich für das Team. Draußen herrscht am Himmel ein Mischmasch aus grau und blau und die aktuelle Temperatur liegt gerade wohl so bei -5°C. Die grauen Wolken versprechen weiteren Schnee, der blaue Himmel weiteren Frost. Der 16 Tage Ausblick im Internet verspricht so ziemlich das gleiche und somit wende ich mich statt dem Fenster wieder den Bildschirmen zu. 43 Mails im Teamordner… ich seufze auf, klicke auf die dickgedruckte Zahl und beginne die Mails zu sortieren, zu lesen und mir zuzuweisen. Jedes Mal, wenn ich den Wochentag Mittwoch lese, wird mir nach einem kurzen Gedanken wieder klar, dass das ja schon morgen ist. Erneutes seufzen meinerseits. Dann ein aufatmen, dann bin ich auch schon wieder ein Tag näher am Freitag. 

Montag, 26. Februar 2018

26022018

Ich schnappe meine Handschuhe, öffne den Knoten des Stricks, der an der Box befestigt wurde und laufe samt Peggy im Gepäck los. Aus dem Stall raus und an der Weide angekommen, öffne ich erst eine, dann die andere Litze und zu allerletzt das rote Halfter. Kurz schaue ich ihr nach, sie läuft durch den sanft fallenden Schnee in Richtung Heuraufe. Dann schließe ich alles gewissenhaft und drehe mich um. Am Stall angekommen gehe ich wieder zu ihrer Box und bereite das Futter für den Abend vor. Langsam schütte ich alles zusammen und trage Heu in die Box. Meine Hände fühlen sich an, als würden sie gleich abfrieren. Draußen fällt immer mehr Schnee und einiges davon fällt auch durch die kleine Eingangstür hinein. Fertig mit allem, schnappe ich meinen Autoschlüssel, schließe meinen Schrank und steige ins Auto.